Jun 16 – 18, 2022
Münster
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Sport auf Papier: Evaluation eines praktikumsbegleitenden Portfolios in der Sportwissenschaft

Jun 17, 2022, 12:30 PM
1h 30m
Ballsporthalle

Ballsporthalle

4| Poster Postersession

Speaker

Katharina Pöppel (dvs)

Description

Einleitung und Methode
Mit dem Schulfach Sport wird häufig eine Sonderstellung oder ein besonderes Verständnis der Fachkultur von Sportlehrer:innen verbunden (z. B. Ernst, 2014; Wolters, 2010). Dies wirkt auch in die universitäre Sportlehramtsausbildung sowie in die Begleitung von Praktikumsphasen im Rahmen des Studiums hinein. So äußern Sportlehramtsstudierende häufig einen Wunsch nach mehr Praxiserfahrungen (Schierz, 2019) oder sind bereits als Vertretungslehrkräfte tätig (Lobert & Pfitzner, 2021). Die Anfertigung eines Portfolios als wissenschaftsbasiertes Prüf- und Dokumentationsinstrument kann in diesem Kontext vielseitige Entwicklungsfortschritte festhalten. Der vorliegende Beitrag zielt auf einen Soll-Ist-Vergleich des wahrgenommenen Sinns eines praktikumsbegleitenden Portfolios mit den Bestandteilen ausführlicher Unterrichtsentwurf, Reflexion der eigenen Entwicklung sowie literaturbasierter Auseinandersetzung aus Studierendenperspektive ab. Der Einladung zur Teilnahme an der Online-Befragung nach Abschluss des 18-wöchigen Praktikum folgten 34 Studierende.

Ergebnisse und Diskussion
Der ausführliche Unterrichtsentwurf und somit die Aufgabenstellungen mit dem deutlichsten Bezug zum Sportunterricht und zum Referendariat wird von den Studierenden vergleichsweise am sinn- und wertvollsten für ihre Weiterentwicklung angesehen. Die beiden anderen Aufgabenstellungen werden vergleichsweise schwächer bewertet und teilen das Charakteristikum einer zugrundeliegenden, fundierten Einarbeitung in theoretische bzw. empirische Hintergründe, inklusive eines Abgleichs praktischer Erfahrungen. Gefragt nach eigenen Ideen für eine Formulierung von Portfolioaufgaben wird deutlich, dass ein Wunsch nach mehr Raum für die Darstellung praktischer Erfahrungen und weniger Literaturarbeit besteht. Dies knüpft an die Beschreibungen von Schierz (2019) an. Die Ergebnisse liefern Anhaltspunkte für die Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts, um die Studierenden besser und nachvollziehbarer in ihrer Professionalisierung zu unterstützen.

Literatur
Ernst, C. (2014). Sportlehrkräfte als Sportler - Forschungsergebnisse zu fachkulturellen Aspekten im Sportlehrerberuf. Zeitschrift für sportpädagogische Forschung, 2(1), 63-76.
Lobert, A.-K., & Pfitzner, M. (2021). Studierende als Vertretungslehrkräfte im Sport (SaViS). Universität Hildesheim. https://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/Sektionen/Sportpaedagogik/2021_Abstractband_Volkmann_Frei_Kranz_Figurationen.pdf
Schierz, M. (2019). Aus der Praxis durch die Praxis in die Praxis - Lehr-Lern-Labore als Entschleunigungsagenturen auf dem Schnellweg in die Schule. In M. Hartmann, R. Laging, & C. Scheinert (Hrsg.), Professionalisierung in der Sportlehrer:innenbildung (S. 60-69). Schneider Verlag Hohengehren.
Wolters, P. (2010). Was Sportlehrer(innen) an ihrem Beruf gefällt. Spectrum der Sportwissenschaften, 22(1), 21-40.

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