Die Tagung widmet sich einem zentralen Spannungsfeld der gegenwärtigen Sozialwissenschaften: der Frage, wie Forschung zu Muslim*innen in Deutschland inmitten politischer Erwartungen, medialer Reaktionen und gesellschaftlicher Sensibilitäten verantwortungsvoll, differenziert und zugleich mutig betrieben werden kann.
Studien mit positiven Befunden geraten schnell unter Generalverdacht islamfeindlicher Akteure, während empirische Ergebnisse, die Probleme benennen, häufig massiven Gegenreaktionen aus antirassistischen oder muslimischen Kontexten ausgesetzt sind. Wissenschaftler*innen bewegen sich damit in einem schwierigen Feld widersprüchlicher Erwartungen, in dem Forschungsergebnisse oft politisch gelesen oder instrumentalisiert werden.
Die Tagung bringt daher Expert*innen aus Wissenschaft, Medien und Politik sowie Verantwortliche aus Universitäten, Akademien, Stiftungen und weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Geplant sind Fachvorträge, Erfahrungsberichte und Podiumsdiskussionen, die das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Freiheit, gesellschaftlicher Verantwortung und öffentlicher Wirkungskraft beleuchten.