Jun 16 – 18, 2022
Münster
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Das Identifizieren von Problemen als Ausgangspunkt für Reflexionsprozesse in Gesprächen des Sportunterrichts – Erste Ergebnisse einer Videografischen Untersuchung von Reflexionsgesprächen in der Sekundarstufe I

Jun 16, 2022, 4:40 PM
20m
S4

S4

2b| Beitrag im Arbeitskreis AK 1.2

Speaker

André Meister

Description

Einleitung
Obwohl Reflexionen auf Seiten der Schüler:innen als wichtiger Bestandteil erziehenden Sportunterrichts gelten, zeigt eine Analyse des empirischen Forschungsstands, dass Reflexionsgespräche den an sie gestellten Ansprüchen oft nicht gerecht werden (vgl. Hapke, 2018) und nur unzureichend erforscht sind (vgl. Serwe-Pandrick et al., 2019). Vor diesem Hintergrund wird im Dissertationsprojekt untersucht, wie Reflexionsprozesse durch Lehrkräfte und Schüler:innen in Gesprächen des Sportunterrichts der Sekundarstufe I gestaltet werden.

Theoretischer Rahmen
Als Reflexionsgespräche werden Konversationen gefasst, in denen Erlebnisse verbal-interaktiv verarbeitet werden, um diese z.B. kritisch zu prüfen oder deren Bedeutungen zu strukturieren. Zu Beginn dieser Verarbeitung erfolgt entsprechend des EDAMA-Reflexionsrahmenmodells (vgl. Aeppli & Lötscher, 2016) die Darstellung des Erlebnisses. Lehrkräfte können dabei z.B. durch diverse Gesprächshandlungen zur kognitiven Aktivität in Form des Mitdenkens auf Seiten der Schüler:innen anregen (vgl. Balz, 2019).

Methodik
Im Rahmen des Projekts werden 23 videografierte Unterrichtsstunden aus dem QIS-Datenkorpus (vgl. Erhorn & Langer, 2022) - erhoben in sechs Schulklassen (fünfter bis zehnter Jahrgang) an drei Hamburger Schulen - analysiert. Diese wurden mit einer Lehrkräftekamera mit Funkmikrofon sowie einer auf die Lerngruppe gerichteten Kamera aufgezeichnet. Mittels Verfahrenstechniken der Grounded Theory (vgl. Strauss & Corbin, 1996) konnten unterschiedliche Gesprächshandlungen von Lehrkräften in Beziehung mit verschiedenen Reflexionsprozessphasen ermittelt werden.

Ergebnisse
Als wichtiges Moment zu Beginn eines Reflexionsgespräches konnte die Kategorie „Probleme Identifizieren“ herausgearbeitet werden. Im Beitrag sollen einerseits Eigenschaften der Kategorie kontextuell erläutert und andererseits ihre Bedeutung für den Gesprächsverlauf vor dem Hintergrund des EDAMA-Reflexionsrahmenmodells diskutiert werden.

Literatur
Aeppli, J. & Lötscher, H. (2016). EDAMA - Ein Rahmenmodell für Reflexion. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 34 (1), 78-97.
Balz, E. (2019). Perspektivierung und Aktivierung im Sportunterricht. In J. Wibowo et al. (Hrgs.), Aktivierung im Sportunterricht (S. 11-19). Hamburg: Universität Hamburg.
Erhorn, J. & Langer, W. (2022). Qualifizierung angehender Sportlehrkräfte für einen inklusiven Sportunterricht. In D. Lutz et al. (Hrsg.), Qualifizierung für Inklusion. Sekundarstufe (S. 101-114). Münster: Waxmann.
Hapke, J. (2018). Pädagogische Perspektiven im Handeln von Sportlehrenden – eine zentrale Fachdidaktische Idee zwischen Anspruch und Wirklichkeit. ZSF, 6 (1), 29-48.
Serwe-Pandrick, E., Wolff, D. & Frei, P. (2019). (Inter-)aktion in der Sporthalle – Empirie zur Praxis der Reflexion. In K. Varrière & L. Schäfer (Hrsg.), Interaktion im Klassenzimmer (S. 165-187). Wiesbaden: Springer VS.
Strauss, A. & Corbin, J. (1996). Grounded Theory: Grundlagen Qualitativer Sozialforschung. Weinheim: Beltz.

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